CLAUDIA STRELZING

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein Schlagwort unserer Zeit, was häufig nur plakativ verwendet wird, weil es grade gut zum den Zeitgeist passt. Es wird häufig zusammen mit „Achtsamkeit“ verwendet, das leider auch schnell zur Worthülse wird.

Es ist jedem klar, dass wir immer und mit allen Ressourcen „achtsam“ umgehen. Das beginnt bei jedem selbst. Das Wasser muß nicht unendlich aus dem Wasserhahn und der Dusche laufen, das Licht kann auch mal ausgemacht werden oder der Computer nicht immer auf Stand-By in Lauerstellung sein. Vielleicht auch mal wieder das Fahrrad benutzen? Fleischkonsum reduzieren? Kleines kann wirklich Großes bewirken, wenn sich jeder beteiligen würde. Das ist aber genau der Punkt. Es macht nicht jeder mit. Nachhaltiges Wirtschaften wird auch belächelt und auch schnell in die Kiste „Gutmenschentun“ gepackt. Es ist aber ein alter Hut, dass fast alles endlich ist, dennoch wird kurzfristig unter der Perspektive der nächsten Wahl und/ oder unter Berücksichtigung Maximierung des eigenen (materiellen) Wohlergehens gehandelt.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?
Freiheit und Sicherheit und die Möglichkeit der Teilhabe aller.

Die Freiheit ist unser höchstes Gut, unter dem Zeichen der „Sicherheit“ wird es derzeit beängstigend eingeschränkt.

Gibt es aus deiner Sicht schon positive Beispiele?

Ich wohne derzeit in Oberbayern. Ein Beispiel von erfolgreichem und doch nachhaltigem Unternehmertum setzt dort der ehemalige Gründer des herkömmlich fleischverarbeitenden Unternehmens „Herta“. Um Tieren ein würdiges Leben zu ermöglichen, Menschen damit ein gutes und sicheres Fleisch zu bieten, setzte er seine Ideen von nachhaltigem wirtschaften in dem Bio-Hof Herrmannsdorfer Landwerkstätten um. Tierethik, ökologische Landwirtschaft und nachhaltige Lebensmittelherstellung ist also durchaus mit Erfolg zu kombinieren.

Im Privaten sehe ich die immer größer werdende Begeisterung der Menschen Do-it-yourself (DIY) und Recycling. Flohmärkte erleben eine Renaissance. Upcycling ist das neue Schlagwort. Selbermachen ist im Trend. Immer mehr Menschen entdecken, dass es nicht nur neu gekaufte Dinge sein müssen, sondern dass auch das Wieder-Neu-Benutzen des Alten Sinn macht und interessant sein kann.

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