LENA KLOSTER

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Ihr, Menschen, habt sie unkenntlich gemacht. Ihr habt die Erde in die Luft gesprengt, ich verfluche Euch!“ Beim Anblick der zerstörten Freiheitsstatue bricht der Astronaut George Taylor in der Schlussszene von Planet der Affen aus dem Jahr 1968 zusammen. Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden Menschen künftiger Generationen ein ähnliches Szenario erleben.

Das Thema Nachhaltigkeit hat bereits seit Jahrzehnten in unsere Leben Einzug erhalten, spätestens mit den Grünen im Bundestag sind die Umweltthemen auf der politischen Agenda der Bundesrepublik und auf unserem Abendbrot. Der Umsatz der Bio-Läden boomt, der Veganismus ist in aller Munde und auch die Milch- und Fleischgroßlieferanten sind unter strengere Aufsicht gestellt.

Seit einigen Jahren gehört die Nachhaltigkeitsberichterstattung zum guten Ton der privaten Wirtschaft. Im Rahmen des Corporate Sustainable Reporting (CSR) berücksichtigen Unternehmen in ihren Geschäftsprozessen die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Seit Juni 2017 ist diese Darlegung der nichtfinanziellen Angaben in den Lageberichten kapitalmarktorientierten Unternehmen in der EU sogar Pflicht.

Es grünt so grün“ hieß es letztens im Handelsblatt – die sogenannten grünen Anleihen gewinnen an Popularität und verzeichnen ein stetiges Wachstum. In 2017 wurden weltweit 53,3 Mrd. Euro in Green Bonds investiert. Das zeugt von Vertrauen in Sustainable Investing.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Im Studium differenzierte ich als Kommunikationswissenschaftlerin zwischen der „guten“ Welt der Geisteswissenschaftler und der „bösen“ Welt der Betriebswirte.

Die dunkle Welt der Wirtschaft schien so gefühllos zu sein, denn solche Stichworte wie Profitmaximierung, Mensch als Arbeitseinheit und Zahlen versus Sprache sorgten gerade nicht für ein Gefühlsfeuerwerk. Damals in der jungen Kompromisslosigkeit wurde ich regelrecht wütend, dass in Betrieben die Ansichten der Arbeitnehmer im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und andere Themen nicht hinreichend berücksichtigt werden.

Im heutigen Berufsleben bin ich den beiden Welten zuhause. Dialog zu suchen und voneinander zu lernen ist sehr wichtig.

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Yves Rocher Group ist ein bretonisches Familienunternehmen mit einer langen Tradition des aktiven Umweltschutzes, denn es heißt „den Reichtum der Natur zu nutzen, ohne Pflanzenarten, deren Entwicklung oder deren Umwelt zu gefährden“. Als „engagierter Pionier“ verzichtet der Kosmetikhersteller seit 1989 auf Tierversuche, schafft die Umverpackungen ab sowie setzt sich seit 2008 für nachhaltiges Biodiversitätsmanagement ein.

Goood ist ein innovatives Projekt mit sozialer Unternehmensverantwortung, denn dieser Mobilfunkanbieter vereint die Welten der Gemeinnützigkeit und privater Wirtschaft. Transparent und unkompliziert wird das Geld gezielt einem ausgewählten gemeinnützigen Projekt zugute geschrieben und somit nachhaltig unterstützt.

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