MARVIN BERROTH

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Nachhaltiges Wirtschaften ist für mich ein Streben nach Fortschritt, unter der Berücksichtigung, dass das aktuelle Streben nach Fortschritt, nicht das Streben nach Fortschritt in der Zukunft behindert.

Folgende Handlungen behindern meiner Annahme nach den Fortschritt in der Zukunft.

  • Handlungen die dazu führen das Pflanzen/Tierarten aussterben.
  • Handlungen die einen Rohstoff verbrauchen, ohne eine Alternative zu schaffen, welche das Bedürfnisse, welches der Rohstoff gestillt hat, in der Zukunft stillen können.
  • Handlungen, die Strukturen fördert, die den Fortschritt in der Zukunft behindern.

Was ist das Wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Ich gehe davon aus, dass es Bedürfnisse gibt, die jeder Mensch hat. Wenn diese Grundbedürfnisse nicht erfüllt werden wird der Mensch ein Weg suchen und diese zu stillen, und dass gegeben falls auch auf Kosten seiner Mittmenschen. Deshalb sollte die Wirtschaft sicherstellen, dass die Grundbedürfnisse aller Menschen gestillt sind um Konflikte zu vermeiden.

Ich nehme aber auch an, dass jeder Mensch nach Fortschritt strebt und dadurch neue Bedürfnisse entstehen die aber nicht deckungsgleich bei allen Menschen sind. Wenn diese neuen Bedürfnisse dazu führen, dass sie die Grundbedürfnisse eines anderen Menschen nicht mehr erfüllt werden können, muss die Gesellschaft (Politik) eingreifen, um einen Konflikt zur vermeiden.

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Die Frage nach positiven Beispielen umschließt die Frage inwiefern es möglich ist nachhaltige Wirtschaft zu betreiben oder anders formuliert lässt sich es mit der Natur des Menschen, ein Nachhaltiges Wirtschaften vereinbaren, dies wäre nicht der Fall, wenn ein Mensch grundsätzlich immer nach mehr Geld strebt. Ich geh davon aus, dass das nicht der Fall ist und es Menschen und damit auch Unternehmen gibt die tatsächlich nicht mehr vorrangig nach mehr Geld streben sondern ein anders Ziel haben und die Nachhaltigkeit nicht nur aus Marketingtechnischen Gründen in ihr Unternehmenskonzepte intrigieren.

Ein Bespiel dafür sehe ich in Alnatura.

JÖRG WEBER

Was verstehst Du/Sie unter fairem und nachhaltigem Wirtschaften?

Bei dieser Art des Wirtschaftens werden weder Menschen und Tiere, noch der Boden und unsere überlebenswichtigen Ressourcen belastet. Bei fairem Wirtschaften steht der Mensch unabhängig seiner Rasse, Geschlecht oder Hautfarbe im Mittelpunkt – nicht das Kapital. Dies ist Mittel zum Zweck, aber nicht Selbstzweck.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Fairness, Schutz und Sicherheit ist ein Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte. Aber vor allem sollten Menschen nicht des Geldes wegen arbeiten müssen, sondern weil die Arbeit selbst ein Grundbedürfnis ist und Spass machen sollte. Sind Menschen motiviert, nutzt das der Wirtschaft vielmehr als Druck und Repressalien.

Gibt es aus Deiner/Ihrer Sicht schon positive Beispiele?

Es gibt positive Beispiele, z. B. die OEKOGENO Genossenschaft (früher Ökobank), aber auch einige NGO s. Im Grunde machen sich gerade jetzt viele Unternehmen auf den Weg zu einem faireren Umgang mit seinen Mitarbeiter*innen und zum nachhaltigem Umgang mit den Ressourcen.

Grüße Joerg

Funktion: Vorstand der Bürger AG für regionales und nachhaltiges Wirtschaften