MARTINA FELDMAYER MdL

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für mich, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte und Folgen zu beachten. Das betrifft alle Bereiche der Wirtschaft und des Konsums. Unser Lebensstil – immer mehr und immer schneller produzieren und verbrauchen – führt dabei in eine Sackgasse oder auf den buchstäblich abgesägten Ast, auf dem wir nicht mehr sitzen können. Eine nachhaltige Wirtschaft entwickelt Produkte und Dienstleistungen, die unsere Umwelt nicht oder kaum belasten, nützlich sind und die unter guten Arbeitsbedingungen auf allen Stufen der Entwicklung und Produktion geschaffen werden. Es ist gut, dass wir in Hessen ein Tariftreue- und Vergabegesetz haben, dass es ermöglicht faire und ökologische Kriterien in die Auftragsvergabe bei Land und Kommunen einzubeziehen.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Vertrauen. Die Unternehmen sollen gute und sichere Produkte herstellen. Verbraucher wollen Ehrlichkeit und in Produkte und Dienstleistungen vertrauen können. Leider zeigt der aktuelle Dieselskandal, dass das Vertrauen missbraucht werden kann. Daher brauchen wir klare politische Rahmenbedingungen, Kontrollen und Sanktionen, um dem entgegen zu wirken.

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Wir GRÜNE arbeiten in Hessen als Teil der Landesregierung am dem Querschnittsthema Nachhaltigkeit. Ein Beispiel ist der Ökoaktionsplan. Wir fördern den ökologischen Landbau, weil er mit unseren Umweltressourcen, wie Boden, Luft, Klima und Wasser schonend umgeht und gut ist für die Artenvielfalt. Auch die Zertifizierung unseres Hessischen Staatswalds nach FSC (Forest Stewardship Council), ein von Umweltverbänden und Gewerkschaften anerkanntes Zertifikat, steht ganz besonders für das Thema Nachhaltigkeit.

UTE HAMELMANN

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

So zu wirtschaften, dass nachfolgende Generationen unter den Folgen nicht zu leiden haben: Ökologisch, Ressourcen schonend und verantwortungsbewusst. Nachhaltig wirtschaften heißt aber auch, sich als Unternehmen beständig weiterzuentwickeln, um dauerhaft erfolgreich zu sein und das sogenannte Business Ecosystem eines Unternehmens zu sichern. In Zeiten der Digitalisierung ist die Weiterentwicklung für viele Unternehmen eine große Herausforderung.

Und ganz persönlich: Hochwertige Produkte kaufen und einen Beitrag gegen die Wegwerfgesellschaft leisten. Noch besser, so wenig konsumieren wie möglich.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Jede Wirtschaft, ganz gleich welcher Art, dreht sich um die effektive Befriedigung der Bedürfnisse einer Gesellschaft. Dass Nahrungsmittel an erster Stelle stehen, dürfte klar sein. Die spannende Frage lautet doch, ob Marktwirtschaft allein für die optimale Versorgung sorgen kann, oder in welchen Bereichen andere Mechanismen gelten sollten, etwa Bildung oder Gesundheit. Oder muss man angesichts von Klimawandel, wachsender Weltbevölkerung und Ressourcenausbeutung neu denken?

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Schokokuchen!

TERRY REINTKE MdEP

  1. Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Ein Wirtschaften, das nicht nur die ökologische Grenzen dieses Planeten in den Blick nimmt, sondern auch soziale Gerechtigkeit. Zwischen Nord und Süd, Arm und Reich und für zukünftige Generationen.

  1. Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Die Wirtschaft sollte den Menschen dienen. Nicht andersherum. Derzeit dient sie aber noch viel zu häufig den wenigen und nicht allen. Das zu ändern ist unsere Aufgabe.

  1. Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Wirtschaftsinitiativen, die anstatt auf möglichst schnellen Konsum auf Kreislaufprozesse setzen. Was im Kleinen bereits häufig funktioniert, muss größer gedacht werden.