JULIA PANZER

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Ein Wirtschaften das langfristig funktioniert.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Wenn die eigene Existenz und die der Familie gesichert ist.

Gibt es aus deiner Sicht schon positive Beispiele?

Das Cradle-to-Cradle (C2C) Prinzip.

Hierbei befinden sich die Rohstoffe von Produkten in einem natürlichen oder geschlossenem Kreislauf und es werden keine Abfallprodukte produziert.

Zum Beispiel eine Waschmaschine würde vom Hersteller an den Verbraucher „vermietet“ und wenn sie ausgedient hat, holt der Hersteller sich die Waschmaschine und die darin verwendeten Rohstoffe wieder zurück, repariert sie/ baut eine neue daraus und erschafft ein neues Produkt ohne Qualitätsverlust (eine Waschmaschine wird zu einer Waschmaschine recycelt).

DR. MARIO BUCHINGER

  1. Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Eine Wirtschaft, die den Menschen und der Gesellschaft dient und nicht den Menschen als Mittel zum Zweck sieht. Diese Haltung muss gleichermaßen für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner gelten.

Menschen sind keine “Ressource” und auch keine Nummer in einer Excel-Tabelle. Der Mensch ist die Quelle der kontinuierlichen Verbesserung und besitzt eine Ressource, nämlich Zeit.

  1. Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Eine langfristige Perspektive, in der möglichst alle Menschen einen wertschätzenden Platz haben. Dies schließt den Schutz der Umwelt mit ein.

  1. Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Es gibt eine Vielzahl kleiner aber auch einige größere Unternehmen, die vieles davon bereits aktiv leben.

Kleine Unternehmen:

  • Johammer (A): Hat den Wandel vom Automobillieferanten zum Elektromobilitätsanbieter für Zweiräder gemeistert und alle MitarbeiterInnen dabei mitgenommen und ggf. neu qualifiziert.

  • Sonnentor (A): Setzt auf lokale Landwirtschaft und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern.

Große Unternehmen:

  • Toyota (JP): Lebt die Kultur des Kaizen schon viele Jahrzehnte. Dabei werden die Verbesserungsvorschläge der Menschen einbezogen und neue Ideen in kleinen Schritten ausprobiert. Vorbildliche Fehlerkultur (Fehler als Chance zur Verbesserung) und immerwährende Kundenorientierung (Kunde ist kein Mittel zum Zwecke der Gewinnmaximierung sondern existenzielle Grundlage).