JULIA WEIGELT

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Nachhaltiges Wirtschaften findet für mich auf zwei Ebenen statt: auf ökologischer Seite, indem Ressourcen geschont, Emissionen vermieden und langlebige Produkte hergestellt werden. Aber auch auf personeller Seite. Wer gute Leute sucht und halten möchte, muss für ein Klima sorgen, in dem Menschen gerne arbeiten. Dazu gehören unter anderem ein gelungenes Diversity-Management, Tele- und Teilzeitarbeitsmodelle und ein grundsätzlich wertschätzender Umgang im Team.

 

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Ein wertschätzender, respektvoller Umgang. Natürlich ist es notwendig, dass in Unternehmen auch harte Entscheidungen getroffen werden und im Team auch kritisiert werden muss. Wer sich als Mitarbeiter allerdings geringgeschätzt fühlt, sitzt oft nur noch seine Zeit ab und wird häufiger krank. Investitionen in ein gutes Unternehmensklima – und das bedeutet häufig, die Fähigkeiten der Führungskräfte unter die Lupe zu nehmen – sind deswegen immer auch in wirtschaftlicher Sicht sinnvoll.

Den meisten großen Unternehmen ist heute klar, wie eng wirtschaftlicher Erfolg und gelungene Personalwirtschaft zusammenhängen. Ein gutes Produkt und volle Auftragsbücher reichen nicht mehr – wer nicht genug Mitarbeiter hat, macht Verluste bzw. bleibt hinter seinem Potenzial zurück.

 

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

Führungskräfte erhalten immer häufiger Coachings, um ihre Führungsfähigkeiten zu verbessern. Mich hat es gefreut, dass es dieses Angebot inzwischen auch in der Bundeswehr gibt (auch wenn das natürlich kein Unternehmen wie jedes Andere ist). Spitzenpersonal wird von einem zivil-militärischen Team begleitet, Untergebene sind aufgefordert, anonym die Leistung ihres Vorgesetzten zu bewerten. So mancher General erfährt sein langem erstmals, was seine Leute wirklich von ihm halten. Und die Klugen machen was draus 🙂

Nach anfänglichem Zögern wird das Programm inzwischen sehr gut angenommen.

THERESA KRKNJAK

Was verstehst Du unter nachhaltigem Wirtschaften?

Nachhaltiges Wirtschaften ist für mich, wenn der Mensch im Einklang mit der Natur, Tieren und natürlich sich selbst Ressourcen fördert, Produkte erzeugt und Handel betreibt. Das umfasst einerseits einen schonenden Umgang mit der Natur (z.B. Respekt vor Schutzzonen, Fanggrenzen), andererseits den fairen Umgang mit Menschen, die sich im Respekt vor Besitzrechten oder auch fairen Löhnen/Preisen widerspiegeln. Nachhaltiges Wirtschaften sollte das Zahlen von Entwicklungshilfe obsolet machen und Menschen die Mittel erwirtschaften lassen, die sie für ihre Arbeit verdienen.

Was ist das wichtigste menschliche Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte?

Das wichtigste (menschliche) Bedürfnis, das in der Wirtschaft Berücksichtigung finden sollte ist die Chance, an der Wirtschaft zu fairen Bedingungen teilhabenzu können.

So ist es nicht fair, wenn Kaffeebauern zu niedrigsten Löhnen ihre Bohnen verkaufen, diese dann aber mit horrenden Margen an den Endverbraucher weiterverkauft werden.

Es ist nicht fair, wenn Tiere, die nicht einmal etwas von ihrem wirtschaftlichen Wert haben, während der Produktion unter schlimmen Bedingungen gehalten werden, die sämtliche ihrer Rechten verletzen.

Gibt es aus Deiner Sicht schon positive Beispiele?

– Original unverpackt

– Lush

– Too good to go

– Armed angels